Schadstoffe:

Innenraumschadstoffe

Schimmelpilzbildung in Wohnräumen ist zunehmend ein Problem unserer Zeit. Seit der Ölkrise wird Energie gespart und in der Folge werden Wohnungen und Häuser immer besser gedämmt und abgedichtet, um Wärmeverluste zu vermeiden. Die Zwangsbelüftung von damals durch undichte Fenster und Türen findet nicht mehr statt. Die Folge ist, dass sich Feuchtigkeit, Schadstoffe und Ausdünstungen im Innenraum ansammeln und in der Atemluft aufkonzentrieren. Die belastete Raumluft kann nur durch Lüften ausgetauscht werden.

Chemische, physikalische und biologische Innenraumschadstoffe können krank machen, verschiedenste Symptome verursachen und zu unklaren Krankheitsbildern führen. So kann der winterliche Dauerhusten eine Folge feuchter oder verschimmelter Außenwände sein. Oder die Kopfschmerzen traten kurz nach Verlegen des neuen Laminats auf und sind besonders stark, wenn die Räume geheizt werden.


Schimmel

Schimmelpilze können sich in Innenräumen nur bei ausreichender Feuchtigkeit
vermehren. Die Feuchtigkeit kann aus Bauschäden, Leckagen Wasser führender Leitungen oder der Kondensation feuchter Luft stammen. Wo Schimmel wächst, da ist auch Feuchtigkeit. Feuchtigkeit in Innenräumen können Sie mit einem Hygrometer gut kontrollieren.

Schimmel gibt Sporen, Stoffwechselprodukte, Toxine und kleinste Zellteile an die Luft ab. Diese Stoffe können die Atemwege reizen und als Allergen wirken. Insbesondere Kinder und Kranke sind für diese Stoffe anfällig. Der Zusammenhang zwischen Asthma und einer Schimmelpilzbelastung in Räumen wurde inzwischen nachgewiesen.

Schimmelbelastungen zeigen sich als offensichtliche oder versteckte Schäden. Wenn sich ein Schimmelpilzrasen gebildet hat, muss umgehend die Ursache für die Feuchtigkeit gefunden und der Befall beseitigt werden. Bei großflächigem Befall ziehen Sie für die Sanierung bitte Fachleute hinzu. Der Einsatz von Schimmelbeseitigungsmitteln ist sorgfältig abzuwägen, da die gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffe langfristig in die Atemluft gelangen können.


Formaldehyd

Formaldehyd ist einer der wichtigsten Grundstoffe der chemischen Industrie. Es wird in der Produktion von Kunststoffen, Textilien, Leder, Kosmetika, Spanplatten und damit für Möbel eingesetzt. Es kommt auch in Lebensmitteln, Fahrzeugabgasen und Tabakrauch vor. Darüber hinaus spielen Säure härtende Lacke und bestimmte Schäume für die Formaldehydbelastung in Innenräumen eine Rolle.

Der Richtwert für Formaldehyd liegt bei ,012 mg/m³ für Innenräume und kann über eine Raumluftmessung ermittelt werden. Es ist vorgeschrieben Wasch-, Reinigungs- und Pflegemittel mit mehr als 0,1% Formaldehyd zu kennzeichnen. Auch Kleidungsstoffe mit mehr als 0,15% müssen mit dem Zusatz „Enthält Formaldehyd“ versehen sein.

Formaldehyd zählt zu den häufigsten Kontaktallergenen. Meist führen Formaldehyd enthaltende Desinfektionsmittel zu Allergien. Ob entsprechende Allergien ausgelöst werden können wenn Formaldehyd eingeatmet wird, ist unklar.


Weichmacher

Weichmacher sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Sie sind überall vorhanden, in Folien, Tapeten, Farben, Beschichtungen und allen Haushaltsgegenständen aus Kunststoff. Zur Zeit aktuell ist die Diskussion um DEHP (Di(2-ethylhexyl)phthalat), das weltweit am häufigsten als Weichmacher eingesetzt wird. Inzwischen ist DEHP in jeder Staubprobe aus Haushalten nachweisbar. Leider steht DEHP in Verdacht, die Entwicklung von Kleinkindern zu beeinflussen, Reproduktionstoxisch zu wirken sowie Störungen des Hormonkreislaufs zu verursachen. Auch im Zusammenhang mit dem Foggingeffekt ist DEHP als Verursacher im Gespräch.


Fogging

Plötzliche Schwarzstaubablagerungen in Wohnungen, auch als Magic Dust oder Schwarzer Staub sind plötzlich auftretende schwarze Flecken und russähnliche , ölig schmierige Ablagerungen auf Tapeten, Fensterrahmen, Steckdosen und Einrichtungsgegenständen. Sie treten innerhalb weniger Tage oder Wochen auf, verschwinden meist im Sommer und treten im nächsten Winter wieder auf.

1997 wurden vom Umweltbundesamt Untersuchungen dieses Phänomens in Auftrag gegeben. Dabei stellte sich heraus, dass die Staubablagerungen in 90% der Fälle während der Heizperiode auftreten und im darauf folgenden Sommer wieder verschwanden. Die Wohnungen waren kurz vorher neu gebaut oder renoviert und eingerichtet worden.

Es wurden mehrere Faktoren festgestellt, die die Bildung von Fogging beeinflussen:
Bauschäden und Wärmebrücken, Ausstattung der Räume mit Materialien, die Weichmacher abgeben, Lüftungsverhalten, Kerzen, Luftfeuchtigkeit, Staubsauger und Elektrostatik. Wenn mehrere dieser Faktoren zusammenkommen, kann sich der Schwarze Staub bilden. Die bisherige Erklärung ist, dass sich ausgasende Weichmacher mit Staub verbinden, statisch aufladen, sich an weichmacherhaltigen Oberflächen wieder absetzten und dabei eine wischfeste Verbindung eingehen.

Das Phänomen kann in einer Wohnung auftreten und in der baugleichen Nachbarwohnung ausbleiben. Dann kommt schnell die Frage nach dem Verschulden auf. Die bisherigen Rechtstreitigkeiten versuchten zu klären, ob der Mieter oder der Vermieter für den Magic Dust verantwortlich ist. Bisher wurde die Verantwortlichkeit von den Gerichten in unterschiedlicher Gewichtung auf beide Parteien verteilt.

Den Betroffenen bleibt nur eine erneute Renovierung, da der Staub nicht oder nur unvollständig zu entfernen ist. Wer in den sauren Apfel einer erneuten Renovierung beißen muss, ist mit weichmacherfreien Farben gut beraten. Der Blaue Engel oder auch die Nachfrage beim Händler zur Lösemittel- und Weichmacherfreiheit von Farben und Einrichtungsgegenständen hilft, die Ursache des Fogging zu vermeiden.

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